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Titan - Bergwerk gegen Umweltschutz
Das Gebiet um Kwale, etwa eine Stunde Autofahrt südwestlich von Mombasa gelegen, besteht aus grünen, fruchtbaren Hügeln mit Palmen, Obstbäumen und gelegentlichen Gehöften. Seit 1997 besitzt die kanadische Firma Tiomin Ressources Inc. Eine Explorationslizenz für etwa 56 Quadratkilometer im Kwale - Distrikt. Die ersten Explorationsergebnisse zeigten an, dass das Gebiet 200 Millionen Tonnen Titan- und Zirkon-haltigen Sand enthält. Diese Menge entspricht nach einemBericht der Gesellschaft etwa 4% des jährlichen Verbrauchs.
Die Investition in Höhe von fast 250 Millionen DM soll etwa 14 Jahre laufen und dem kenianischen Staat jährliche Einnahmen von 100 Millionen DM einbringen. Die Gesellschaft selbst erhofft sich in den 14 Jahren einen Gesamtgewinn von 300 Millionen DM. Die Pläne sehen vor, ein Gebiet von etwa fünf Quadratkilometern bis in eine Tiefe von 30 Metern vollständig aufzunehmen und mit stündlich 3500 Kubikmetern Wasser auszuwaschen. Das verschmutzte Wasser soll aufgefangen werden; es kommt hauptsächlich aus dem Fluss Mkurumunju. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung durch das südafrikanische Unternehmen Coastal and Environmental Services of S.A. steht noch aus. In der kenianischen Öffentlichkeit wurde dieses Projekt von verschiedenen Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen breit diskutiert; die von einer Umsiedlung betroffenen Bauern wurden bisher allerdings am allerwenigsten berücksichtigt.
Die Firma Tiomin bot den betroffenen Bauern 11.000 Shilling pro Jahr für jeden Morgen Land plus Entschädigung für Haus und Hof. Nach einer Studie der Kenyatta-Universität wurde Land in der Gegend zwischen 7000 und 60000 Shilling gehandelt, durchschnittlich 21.200 Shilling. Obwohl die kenianische Regierung dem Abbau noch gar nicht zugestimmt hat, ist die Firma Tiomin schon auf die Bauern zu gegangen, um ihr Land zu kaufen. Ansprüche auf Kompensation haben nur die Bauern mit einem Besitztitel über ihr Land; vor dreißig Jahren wurden vom Staat aber „squatters" hier angesiedelt, ohne dass ihnen Besitztitel überschrieben worden wären. Aus dem Grund haben sie auch nur Anspruch auf Entschädigung für ihre Gehöfte und Bäume. Sollten sie die Entschädigung ablehnen, drohte ihnen die Gesellschaft Entschädigung an - woraufhin viele Kleinbauern unterschrieben.
Der Standpunkt der Regierung ist derweil, dass Verhandlungen zwischen Tiomin und den Bauern eine rein private Angelegenheit sei. Vertragliche Vereinbarungen zwischen Landbesitzern und einem Käufer gingen den Staat nichts an.
Tiomin verweist auf 200 direkte Einstellungen und über 1000 indirekte Jobs, die durch das Projekt entstünden; darüber hinaus würde die Infrastruktur nachhaltig verbessert. Die Befürchtung der Bevölkerung hingegen ist, dass die notwendigen gelernten Arbeitskräfte in ihrer Region nicht zu finden sind und sie deshalb außer einer finanziellen Abfindung von dem ganzen Projekt nichts haben, aber ihr Land verlieren. An eine Rückkehr nach dem Ende der Lizenz (nach 21 Jahren) glaubt keiner.
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